Event on 18.11.2023

In Kooperation mit dem Filmprojekt Noah’s Journey halten wir am 18. November Aktivitäten im Villa Vida Café, Linke Wienzeile 102, 1060 Wien, ab.

Von 14 bis 18 Uhr werden ein Banner und Schilder gemalt für die Demo am 20. November. Wir werden Farben, Karton/Papier und Holzstangen zur Verfügung stellen. Bitte bringt eure Ideen und Motivation. Dort gibt es auch die Möglichkeit Demo-Buddies zu finden, damit ihr gemeinsam auf die Demo gehen könnt.

Zwischen 18 und 19 Uhr gibt es ein kostenloses veganes Essen.

Ab 19 Uhr gibt es einen Infoabend zum Filmprojekt Noah’s Journey. Hauptcharakter Noah Kutschera, ein stealth lebender trans Mann Anfang 30, entdeckt während einer Geburtstagsfeier im Villa Vida Café unsere Community und beginnt, erste Verbindungen zu knüpfen. Für diese Szenen werden Menschen gesucht, die auch wirklich in die Villa kommen und ein authentisches Publikum darstellen wollen. Es benötigt keine Anmeldung. Weitere Information über den Infoabend findet ihr hier: https://www.instagram.com/p/Cy5Ls9VMNOL/

Ab 21 Uhr wird es eine Solifeier für das Filmprojekt geben. Trans und nichtbinäre Kunstschaffende aller Medien sind aufgerufen, ihre Kunst (Musik, Performance, gesprochenes Wort, Bilder etc) zeigen. Hier gibt es mehr Infos darüber: https://www.instagram.com/p/CzD_lnPswgI/

Der Eintritt ist frei, eure Spenden werden jedoch hochgeschätzt.

 

Alle Aktivitäten werden im großen Caféraum stattfinden. Dieser ist über die Rampe beim Haupteingang der Türkis Rosa Lila Villa barrierefrei erreichbar. Außerdem gibt es eine rollstuhltaugliche Toilette.

Den ganzen Tag über wird es auch einen über den Innenhof erreichbaren Ruheraum geben. Hier könnt ihr euch zurückziehen, wenn euch äußere Reize zu viel werden oder ihr einfach kurz entspannen wollt. Dieser ist leider nicht rollstuhlgerecht.

 

Für das Treffen am 18. November gelten die gleichen Verhaltens- und Covidregeln, wie am 20. Dieses Treffen wird in einem Innenraum, im Villa Vida Café, stattfinden, deswegen bitten wir euch um eure Rücksicht gegenüber den anderen Teilnehmer*innen.

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In cooperation with the film project Noah’s Journey, there will be multiple events on the 18th of November at Villa Vida Café, Linke Wienzeile 102, 1060 Vienna.

From 2 to 6 pm, we will paint a banner and demo signs for our demonstration on 20 November. We will provide paint, cardboard/paper and wooden sticks. Please bring your ideas and motivation. There will also be the possibility to get to know demo-buddies, so you can go to the protest together.

Between 6 and 7 pm, there will be vegan food free of charge.

Starting at 7pm, there will be an info evening of the film project Noah’s Journey. Main character Noah Kutschera, a trans man in his early 30s that is living stealth, discovers our community during a birthday celebration at Villa Vida Cafè and starts forming his first connections. The project is looking for people who actually come to the Villa and can form an authentic audience in these scenes. You don’t have to register. You can find more information about the info evening here: https://www.instagram.com/p/Cy5Ls9VMNOL/

From 9pm onwards, there will be fundraiser celebration in support of Noah’s Journey. Trans and nonbinary artists of all media are called upon to show their work (music, performance, spoken word, moving images, paintings etc). You can find more information here: https://www.instagram.com/p/CzD_lnPswgI/

Entrance is free, the film project highly appreciates donations.

 

All activities will be held in the main café space. It’s (wheelchair) accessible over the ramp at the main entrance of the Türkis Rosa Lila Villa. All day long there will be a soothing space that is accessible through the inner yard. You can go here if external sensory inputs are getting too much for you or you just want to relax a bit. Unfortunately, this space is not wheelchair accessible.

 

For the event on the Saturday, 18 November, the same rules apply as for 20 November. These events will take place indoors in Villa Vida Café, so we ask you to be considerate of all other participants.

 

Geschichte vom TDoR*/History of the TDoR*

Photo credit: Hester Family/The History Project https://www.them.us/story/rita-hester-trans-remembrance-visibility-memorial [21.10.2023, 9:59]
Wozu gibt es den Trans Day of Remembrance* (TDoR*)?
TW Mord, Transphobie

Der Ursprung des ersten „Trans Day of Remembrance“ (ungefähre Übersetzung: Tag des Trans-Gedenken) ist mit der Geschichte der trans Frau Rita Hesters verbunden.

Diese stammte aus einer Stadt im Bundesstaat Connecticut, in der Hester nicht gern gesehen war. Als junge Erwachsene konnte sie in Partys und Rock Klubs in Boston Zuflucht finden, wo es egal war, dass sie trans war. In ihren Zwanzigern zog sie nach Boston und war dort sowohl in queeren Bars sowie dem hetero Nachtleben aktiv, wodurch sie eine Verbindung zwischen diesen sonst getrennten Szenen herstellte. Darüber hinaus kam es dazu, dass sie an solchen Locations auftrat und tanzte.

Am 28. November 1998, um circa 18 Uhr, verschaffte sich eine unbekannte Person Zutritt zu ihrer Wohnung und stach wiederholt in ihren Brustkorb. Die Polizei reagierte langsam und als sie im Krankenhaus ankam hatte, war sie bereits an einem Herzstillstand gestorben, nur zwei Tage vor ihrem 35. Geburtstag.

200 Personen mit diversen Lebenshintergründen nahmen an der Gedenkfeier für Rita Hester teil, viele von ihnen waren nicht trans. Der Mord an ihr wurde von Medien großteils ignoriert und ihr Vermächtnis durch deadnaming, misgendering und anderen transphoben Taten verächtlich behandelt.

Ein Gespräch, welches Gwendolyn Anne Smith mit weiteren trans Menschen hatte, in der sie den Mord an Chanelle Picket – wie Hester eine Schwarze trans Frau – erwähnte, zeigte, dass keine*r der Gesprächsteilnehmer*innen ihren Namen (mehr) kannte. Unter anderem motivierte das Smith zusammen mit Penni Ashe Matz am 28. November 1999, das erste TDoR* Event zu organisieren, um den trans Personen zu gedenken, die gestorben waren.
Ob dies wirklich der trans Community geholfen hat, sich an ihre Toten zu erinnern, kann nicht klar gesagt werden.

Obwohl der TDoR* zuerst am Todestag von Rita Hester abgehalten wurde, wurde dieser makabrerweise auf den 20. November verlegt, um nicht mit Thanksgiving in Konkurrenz zu kommen.

Quelle: https://www.them.us/story/rita-hester-trans-remembrance-visibility-memorial [21.10.2023, 9:59]

Wobei angefügt werden sollte, dass der 20. November der Jahrestag ist, an dem Chanelle Picket ermordert wurde.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Chanelle_Pickett [26.10.2023, 11:00]

Samantha Riedel schreibt in dem Artikel, der diesen Text genutzt wurde:

„[…] das spricht für die Verwerflichkeit von trans Personen, vor allem Schwarze trans Frauen, und noch genauer, Schwarze trans Frauen die Sexarbeit machen, genau wie Hester es tat.”

Original: „[…] this speaks to the disposability of trans people, specifically Black trans women, and even more specifically Black trans women who do sex work, as Hester did.“

Quelle: https://www.them.us/story/rita-hester-trans-remembrance-visibility-memorial [21.10.2023, 9:59]

Es sind Schwarze trans Frauen, die Sexarbeit machen, die die Gewalt gegen trans Personen am stärksten spüren, was auch die Statistiken zeigen. Die weltweit gemeldeten Fälle von ermordeten trans Personen im Zeitraum Oktober 2021 bis September 2022 liegt bei 327, wovon 95% trans Frauen oder transfeminine Personen waren. Von den Opfen, deren ethnischer Hintergrund bekannt ist, können 65% der Fälle als rassistisch eingestuft werden, und von jenen Fällen, von denen der Beruf bekannt war, 48% der Opfer als Sexarbeiter*innen. Von den europäischen Fällen waren 36% Migranten.

Statistiken von https://transrespect.org/en/tmm-update-tdor-2022/ [22.10.2023, 17:17]

Diese Zahlen spiegeln die Realität wider, dass trans Menschen die Mitglieder von Minderheiten sind, stärker betroffen sind. Menschen, die bereits vulnerable sind, werden für noch einen weiteren Faktor, den sie nicht beeinflussen können, diskriminiert und getötet.

Why do we have the Trans Day of Remembrance* (TDoR*)?
TW Murder, Transphobia

Rita Hester’s story is closely intertwined with the inception of the TDoR*.

Hester, a Black trans woman, grew up in a not-so-welcoming community in Connecticut (US). However, as a young adult her escape was parties and rock clubs in Boston, in which it did not matter that she was trans. In her twenties Hester moved to Boston, where she was active in queer bars as well as hetero nightlife, being the link between these otherwise separated groups.

On 28 November, 1998, around 6pm, an unknown person entered her flat and stabbed her repeatedly in the chest. The police response was slow and by the time she arrived at the hospital, she had died of cardiac arrest, just two days before her 35th birthday.

The vigil held in Rita Hester’s honour was attended by over 200 people from across different walks of life, many of them not being trans. Nevertheless, her death was widely ignored by the media, as was her legacy, through deadnaming, misgendering and other acts of transphobia.

In a conversation Gwendolyn Anne Smith had with other trans people it became apparent that they did not know (anymore) who Chanelle Picket was, a Black trans woman who had been murdered only three years before Hester. Together with fellow activist Penni Ashe Matz, Smith decided to organise the first TDoR* on 28 November 1999 to make sure that no murdered trans person is ever forgotten again.
Whether it truly has helped the trans community remember its dead is up for debate.

At first coinciding with the day of Rita Hester’s murder, macabrely the date of the TDoR* was later moved to 20 November so as not to interfere with the US celebration of Thanksgiving.

Source: https://www.them.us/story/rita-hester-trans-remembrance-visibility-memorial [21.10.2023, 9:59]

Nevertheless, it should be noted that 20 November is the day on which Chanelle Picket was killed.

Source: https://en.wikipedia.org/wiki/Chanelle_Pickett [26.10.2023, 11:00]

Samantha Riedel writes in the article that was used for this text:

„[…] this speaks to the disposability of trans people, specifically Black trans women, and even more specifically Black trans women who do sex work, as Hester did.“

Source: https://www.them.us/story/rita-hester-trans-remembrance-visibility-memorial [21.10.2023, 9:59]

It is Black trans women who take the brunt of the violence against trans people, which can clearly be seen in the global data released by Transgender Europe (TGEU). The cases of murdered trans people reported between October 2021 and September 2022 was 327, with 95% of those being trans women or femmes. Furthermore, of the cases with data on race and ethnicity, 65% were racialised. Among victims whose occupation was known, 48% were sex workers. Of the cases reported in Europe, 36% were migrants.

data from TMM: https://transrespect.org/en/tmm-update-tdor-2022/ [22.10.2023, 17:17]

These data display how disproportionally affected trans members of minority groups are. People who are already vulnerable get targeted for another aspect of themselves that they cannot influence.

RRRR!


**english below**

 

RRRR! Raus auf die Straßen! Gegen Transfeindlichkeit, Transmisogynie, Cissexismus und Cisnormativität! Gegen alle Formen von Gewalt und Diskriminierung, die trans, inter und nicht-binäre Personen täglich erfahren!

Seit mittlerweile 24 Jahren ist der 20. November ein Tag, um unserer ermordeten trans Geschwister lautstark, kämpferisch und gemeinschaftlich zu gedenken. Noch immer erfahren trans Personen in dieser Gesellschaft Diskriminierung, psychische und körperliche Gewalt. Dabei müssen wir unterschiedliche Betroffenheiten anerkennen: Es sind Schwarze transfeminine Personen oder transfeminine Personen of Colour und meist Sexarbeiter:innen, die besonders viel und brutale Gewalt erleben. Vor allem sie werden ermordet.

Wir werden unseren verstorbenen trans Geschwister gedenken (Remember!).
Wir werden uns die Deutungshoheit über unsere Körper und unser Geschlecht zurückholen (Reclaim!),
unserer Wut und Trauer Ausdruck verleihen (Rage! Riot!).
Wir werden uns gegenseitig stärken und unsere Kraft feiern (Resilience! Resistance!).
Und wir werden fordern, dass uns (zurück)gegeben wird, was uns zusteht (Reparation! Rebellion!).
Nicht zuletzt werden wir weiter für eine andere Welt kämpfen, lieben und arbeiten: eine Welt ohne Gewalt und Diskriminierung (Revolution!).
Lasst uns die Straßen füllen und RRRR!

**english**

RRRR! Out on to the streets! Against transphobia, transmisogyny, cissexism and cisnormativity! Against all forms of violence and discrimination that trans, inter and non-binary people experience on a daily basis!

For the past 24 years, 20 November, has been a day to loudly and collectively remember our murdered trans siblings. Trans people still experience discrimination as well as psychological and physical violence in this society. We must acknowledge that specific groups of society are affected differently: it is black transfeminine people or transfeminine people of colour and mostly sex workers who experience the most discrimination and most brutal violence. They are who are murdered most frequently.

We will remember our deceased trans siblings (Remember!).
We will take back the sovereignty over our bodies and our gender (Reclaim!),
express our anger and sadness (Rage! Riot!).
We will empower each other and celebrate our strength (Resilience! Resistance!).
And we will demand that we be given (back) what is rightfully ours (Reparation! Rebellion!).
Last but not least, we will continue to fight, love and work for another world: a world without violence and discrimination (Revolution!).
Let’s fill the streets and RRRR!